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Kerstin Ratzek bücherstapel

Copyright Kerstin Ratzek

Abd ar-Rahman Munif ist seit Mitte der 70er Jahre eine fest etablierte Figur in der arabischen Literaturszene. Der jordanische Schriftsteller wurde 1933 in der jordanischen Hauptstadt Amman als Sohn eines saudischen Vaters und einer irakischen Mutter geboren. Er machte 1951 sein Abitur und studierte anschließend in Bagdad Rechtswissenschaften. Wegen politischer Agitation wurde er 1955 von der Universität ausgeschlossen. In Kairo setzte er sein Studium fort, wechselte dann 1958 nach Belgrad, wo er 1961 in den Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Ölwirtschaft promovierte. Nach Bagdad zurückgekehrt, schloss er sich dem radikalen Flügel der Baath-Partei an und hatte verschiedene Tätigkeiten als Ökonom in der Ölbranche inne. So arbeitete er bis 1973 in einer Erdölfirma in Syrien und wurde Chefredakteur einer irakischen Fachzeitschrift über Öl und Entwicklung im Jahre 1975. Ab den 80er Jahren widmete er sich dann ausschließlich der Literatur. Zwischen 1981 und 1986 lebte er im Exil in Frankreich, danach zog er mit seiner Familie nach Syrien, in den Heimatstaat seiner Frau. Er verbrachte in Damaskus den Rest seines Lebens, bis er 2004 starb. Seine Damaskus gehören zu den meistgelesenen der arabischen Welt. Sein Werk “Östlich des Mittelmeers”, die Geschichte eines politischen Gefangenen, machte ihn auch international bekannt. Ein wiederkehrendes Thema in seinen Werken ist die Freiheit des Individuums unter den Bedingungen der Diktatur. Sein letztes belletristisches Werk wurde 1999 publiziert. Ich habe euch eine Auflistung seiner Werke zusammengestellt:

  • al-Ashjar wa-ightiyal Marzuq. 1973 (dt.: Die Bäume und die Ermordung von Marzuq)
  • Sharq al-mutawassit. 1975 (Östlich des Mittelmeers, L. Bender (Üb.),
  • al-Nihayat (dt.: Am Rande der Wüste. 2000)
  • Mudun al-milh. 1984–1989 (Pentalogie Salzstädte)
    • al-Tih, 1984 (Band I der Salzstädte Pentalogie: Salzstädte, M. Barakat und L. Bender (Üb.), 2003.
    • al-Ukhdud, 1985 (Band II der Salzstädte Pentalogie: Zeit der Saat, M. Barakt und L. Bender (Üb.), 2008.
    • Taqasim al-layl wa-n-nahar, 1989 (Band III der Salzstädte Pentalogie: Das Spiel von Licht und Schatten, M. Barakt und L. Bender (Üb.), 2009.
    • al-Manbat, 1989.
    • Badiyat az-zulumat, 1989
  • Sirat madinah. 1994 (dt.: L. Bender, H. Fähndrich (Üb.): Geschichte einer Stadt. 1996)
  • Ard al-Sawad, 1999

Leider habe ich kein Foto des Schriftstellers finden können, aber hier könnt Ihr Euch auch gerne selbst über ihn informieren:

http://www.ibn-rushd.org/forum/munif.htm

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Qasr_Kharana Jordan Tourism Board Germany

copyright: Jordan Tourism Board Germany

Ich muss Euch unbedingt von den Wüstenschlössern in Jordanien erzählen. Wenn man von Amman aus in Richtung Bagdad fährt, erreicht man zuerst das  Schloss „Qsar Al Harrana“.  Ich weiß noch was für eine imposante Wirkung das Gebäude auf mich hatte. Man muss sich vorstellen, man fährt eine Weile durch die Wüste, sieht weit und breit nichts und plötzlich steht da eine Burg mitten in der Wüste. Hier soll Lawrence von Arabien 1917/18 den Winter verbracht und den Angriff auf Damaskus vorbereitet haben. Über Qsar Al Harrana wird diskutiert, ob es sich bei diesem Gebäude aus dem Jahre 711 um einen militärischen Komplex oder eine Karawanserei für durchziehende Kamelkarawanen handelte. Von hier geht die Fahrt weiter zum Qusair Amra.

David Bjorgen

copyright: David Bjorgen

Dieses bescheidene Bauwerk beigeistert durch seine harmonischen, runden Formen, sowie durch sein gelbliches Gestein, das sich farblich der Wüste anpasst. Qusair Amra, bestehend aus einem Badehaus im römischen Stil und einer Audienzhalle mit großflächigen Freskenmalereien, ließ der umayyadische Kalif  Walid I. im frühen 8.Jh. errichten. Die dort erhaltene Freskenmalerei zeigt Jagd- und Tanzszenen, sowie nackte Frauen.

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copyright: Studium Biblicum Franciscanum (SBF)

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copyright: Studium Biblicum Franciscanum (SBF)

Angeblich sollte Qusair Amra als Lustschloss dienen. Ein 24 m tiefer Brunnen vor dem Gebäude versorgte damals das  Hammam mit Wasser. Es ist faszinierend, wie intelligent die Menschen damals schon  gebaut haben. Heute fragt man sich, warum steht da ein Brunnen in der Wüste?

Jordan_0194

copyright: claudirtw

Damals erstreckte sich in mitten der halbtrockenen Wüste die Oase „Azraq“( bedeutet blau) über tausende Quadratkilometer. Leider schrumpfte dieses Paradies unter anderem durch Klimawandel immer mehr. Die Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN) bemüht sich Azraq zu erhalten. Ein Tipp: Azraq, Qusair Amra und Qsar Al Harrana können im Rahmen einer Tagestour von Amman aus besichtigt werden. Man kann aber auch am Rande von Azraq  eine Nacht in der Öko-Lodge verbringen.

Auf den folgenden Link könnt Ihr Euch ein Kurzfilm von Jordanien anschauen, wo auch von den Orten, die in diesem Artikel erwähnt sind, schöne Bilder dabei sind http://www.tv.55plus-magazin.net/php/jordanien,16852,16889.html .

Wenn jemand von Euch auch schon hier war, würde ich mich freuen, Wenn Ihr darüber berichtet.

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