
Copyright Günter Havlena
Nun hat die Weihnachtssaison offiziell begonnen, denn nun hatten wir schon den 1. Advent. Mit der Weihnachtszeit beginnt für mich auch immer die Zeit der Poesie und Geschichtenerzählungen. Das liegt wahrscheinlich an der gemütlichen Weihnachtsatmosphäre, von der wir umgeben sind. Überall sieht man geschmückte und beleuchtete Straßen und Häuser, der Duft von Lebkuchen und Keksen steigt in die Nase, man lauscht den Klängen von Glockenspielen und weihnachtlichen Melodien und und und…. All diese Eindrücke erwecken in mir das Gefühl von Gemütlichkeit und Poesie. Jetzt fehlt nur noch der Schnee! Deshalb möchte ich Euch gern eines meiner Lieblingsgedichte vorstellen. Das Gedicht ist vom jordanischen Autor Amjad Nasser, der auf dem diesjährigen 9. internationalen Literaturfestival in Berlin war, worüber ich auch berichtet habe und heisst “Eine junge Frau im Café Costa”:
Sie kam ins Café Costa in Hammersmith
und setzte sich zu mir an den Tisch,
obwohl das Café leer war an diesem Morgen,
der vergeblich darum kämpfte,
einen Sonnenstrahl vom bedeckten Londoner Himmel
herunterzuholen.
In diesem Moment dachte ich an ein Gedicht,
in dem eine junge Frau einem Dichter gegenüber sitzt,
der versucht, ein Gedicht zu schreiben
über eine junge Frau,
die neben ihm in einem Café ohne Gäste sitzt.
Die junge Frau legte ihre Bücher auf den Tisch
und die Tasche auf den Boden.
Sie zog ihre braune Kunstlederjacke aus,
wobei einige Regentropfen herunterfielen.
Ihre Brüste kamen zum Vorschein und bewegten sich unter ihrer Bluse.
Sie beugte sich über ihre Tasche und ihr Haar fiel nach vorn.
Mit einer hastigen Bewegung strich sie es zurück.
Sie zündete sich eine Zigarette an
und nippte an ihrem Kaffee.
Unauffällig betrachtete sie mich.
Ein paar Mal setzte sie an, sich mit mir zu unterhalten,
ein paar Mal wollte ich mit ihr reden, aber ich traute mich
nicht.
Mit ihrer kurzärmeligen blauen Bluse, die zwei kräftige Arme zeigte,
mit ihren Schultern, aus denen kleine Geparde
hervorsprangen,
und mit ihrem Fuß, der sich unter dem Tisch wie ein
Ventilator bewegte,
ähnelte sie der jungen Frau im Gedicht.
Alle Zeichen deuteten auf sie.
Unter dem Tisch änderte sich das Gewicht der Luft und ihre Strömung.
Ich ließ meinen Stift fallen,
um zu sehen, was passieren würde.
Als ich ihn aufnahm und meinen Kopf hob,
war die junge Frau verschwunden.
an der Wand hing ein großes Poster, auf dem eine junge Frau allein
in einem Café wie diesem
saß, rauchte, Kaffee trank
und jemanden unauffällig betrachtete.
Die Bewegung der Luft unter dem Tisch,
die Tasse Kaffee, die ausgedrückte Zigarette im
Aschenbecher,
die Serviette mit Abdrücken von rotem Lippenstift,
mein Herz, dessen Pochen man von weitem hören konnte,
das Gedicht, das an ein anderes Gedicht gedacht hatte,
das ich geschrieben hatte.
Ich liebe dieses Gedicht. Es lässt in mir ein Sehnsuchtsgefühl aufsteigen. Ich hoffe es gefällt Euch auch. Ihr könnt gerne Eure Meinung dazu schreiben oder auch andere Gedichte oder Erzählungen vorstellen!
Sie kam ins Café Costa in Hammersmith
und setzte sich zu mir an den Tisch,
obwohl das Café leer war an diesem Morgen,
der vergeblich darum kämpfte,
einen Sonnenstrahl vom bedeckten Londoner Himmel
herunterzuholen.
In diesem Moment dachte ich an ein Gedicht,
indem eine junge Frau einem Dichter gegenüber sitzt,
der versucht, ein Gedicht zu schreiben
über eine junge Frau,
die neben ihm in einem Café ohne Gäste sitzt.
Die junge Frau legte ihre Bücher auf den Tisch
und die Tasche auf den Boden.
Sie zog ihre braune Kunstlederjacke aus,
wobei einige Regentropfen herunterfielen.
Ihre Brüste kamen zum Vorschein und bewegten sich unter ihrer Bluse.
Sie beugte sich über ihre Tasche und ihr Haar fiel nach vorn.
Mit einer hastigen Bewegung strich sie es zurück.
Sie zündete sich eine Zigarette an
und nippte an ihrem Kaffee.
Unauffällig betrachtete sie mich.
Ein paar Mal setzte sie an, sich mit mir zu unterhalten,
ein paar Mal wollte ich mit ihr reden, aber ich traute mich
nicht.
Mit ihrer kurzärmeligen blauen Bluse, die zwei kräftige Arme zeigte,
mit ihren Schultern, aus denen kleine Geparde
hervorsprangen,
und mit ihrem Fuß, der sich unter dem Tisch wie ein
Ventilator bewegte,
ähnelte sie der jungen Frau im Gedicht.
Alle Zeichen deuteten auf sie.
Unter dem Tisch änderte sich das Gewicht der Luft und ihre Strömung.
Ich ließ meinen Stift fallen,
um zu sehen, was passieren würde.
Als ich ihn aufnahm und meinen Kopf hob,
war die junge Frau verschwunden.
an der Wand hing ein großes Poster, auf dem eine junge Frau allein
in einem Café wie diesem
saß, rauchte, Kaffee trank
und jemanden unauffällig betrachtete.
Die Bewegung der Luft unter dem Tisch,
die Tasse Kaffee, die ausgedrückte Zigarette im
Aschenbecher,
die Serviette mit Abdrücken von rotem Lippenstift,
mein Herz, dessen Pochen man von weitem hören konnte,
das Gedicht, das an ein anderes Gedicht gedacht hatte,
das ich geschrieben hatte.